Systemisches in der therapeutischen Begleitung
Oft hat das individuelle Problem mit der speziellen Rolle in diesem System zu tun. Vielleicht ist der Chef gar nicht der Chef, sondern insgeheim einer der Mitarbeiter. Oder in der Familie übernimmt eines der Kinder die Verantwortung, die eigentlich eines der beiden Elternteile übernehmen müsste. Vielfach ist das nicht bewusst gewählt, sondern geschieht auf einer tieferen Ebene.
In Familien hat das oft zur Folge, dass Konflikte nicht wirklich gelöst werden, da die eigentliche Ursache nicht erkannt wird. Und oft liegen die Ursachen auch weiter zurück in den Generationen – sogenannte transgenerative Traumata.
Familienaufstellungen
Hilfreiche Arbeit mit diesen Themen sind die Familienaufstellungen, in denen Stellvertreter:innen die Positionen der verschiedenen Familienmitglieder für eine Person vertreten und sich in diese Position hineinfühlen, oft mit frappierenden Ergebnissen. Die Leitung liegt in der Hand einer Aufstellerin oder eines Aufstellers, aber alle Beteiligten sind an der Lösung beteiligt, indem sie die gewählte Position vertreten, ohne oft viel über die jeweilige Person zu wissen. Und oft zeigen sich auch heilsame Impulse für die Stellvertreter:innen während oder nach der Aufstellung.
Ein heilsames Abschlussbild entsteht meist nicht schnell, sondern braucht die genaue Betrachtung der verschiedenen Positionen, der Beziehungen untereinander, der Gefühle und Körperreaktionen der Beteiligten, die Verabschiedung von Verstorbenen und vieles mehr.